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Vollfette Leinsaat, enthält durchschnittlich 40 bis 45 % Rohfett, 20 bis 25 % Rohprotein und etwa 25 % Rohfaser. Bemerkenswert ist der hohe Anteil der Omega-3-Fettsäure α-Linolensäure, die rund 50 bis 60 % der gesamten Fettsäuren ausmacht. Trotz der intensiven Biohydrierung ungesättigter Fettsäuren im Pansen gelangen relevante Mengen in den Stoffwechsel und beeinflussen die Fettsäurezusammensetzung von Milch und Fleisch positiv. Für den Einsatz in der Rinderfütterung wird die Leinsaat druckthermisch behandelt und somit die Verdaulichkeit verbessert, zusätzlich wird die in Leinsaat enthaltene Blausäure inaktiviert. Je nach Einsatzzweck werden für diese Verfahren Mischungspartner wie Trockenschnitzel, Rappsextraktionsschrot und Getreide genommen.
Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass eine bedarfsgerechte Ergänzung der Ration mit Leinsaat sich positiv auf Stoffwechsel, Immunfunktion und Fruchtbarkeit auswirken. Insbesondere während der Frühlaktation, wenn Milchkühe unter einer hohen Stoffwechselbelastung stehen, wird eine verbesserte Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren diskutiert. Die entzündungsmodulierenden Eigenschaften mehrfach ungesättigter Fettsäuren können dazu beitragen, Stoffwechselstörungen zu reduzieren und die Tiergesundheit zu stabilisieren. Zusätzlich besitzen die in der Samenschale enthaltenen Schleimstoffe eine positive Wirkung auf die Darmgesundheit.
Von besonderem Interesse ist der Einfluss der Leinsaat auf die Qualität der Milch. Zahlreiche Versuche belegen eine Erhöhung des Gehaltes an Omega-3-Fettsäuren sowie konjugierter Linolsäure (CLA) im Milchfett. Gleichzeitig sinkt das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren, was aus ernährungsphysiologischer Sicht als positiv bewertet wird. Untersuchungen der Universität Hohenheim zeigen, dass sowohl Grünlandfütterung als auch die Ergänzung mit Leinsaat den Anteil gesundheitsfördernder Fettsäuren in der Milch deutlich steigern können.
In der Praxis liegen die Einsatzmengen vom Leinsaatanteil der Produkte bei Milchkühen meist um die 500 g je Tier und Tag. Entscheidend bleibt eine ausgewogene Gesamtration. Der Fettgehalt der Gesamtration sollte in der Regel 5 % der Trockenmasse nicht überschreiten, da höhere Fettmengen die Aktivität der Pansenmikroorganismen beeinträchtigen und die Faserverdauung verschlechtern können.
Bedeutung für Klimaschutz und Nachhaltigkeit
Neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass Leinsaat neben ihrer ernährungsphysiologischen Wirkung auch einen Beitrag zur Verringerung der enterischen Methanbildung* leisten kann. Die enthaltenen Fettsäuren verändern die mikrobielle Zusammensetzung im Pansen und reduzieren dadurch die Methanproduktion.
*enterische Methanbildung: Produktion von Methan während der Verdauung
BAT Pro LINEX 60 W ist ein Ergänzungsfuttermittel mit 60 % Leinsaat. Besonders der hohe Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, als Vorstufe von Fruchtbarkeitshormonen, ist für die Rationen der Milchkühe interessant und ersetzt z.B. die Anteile aus frischen Gräsern.
Bei der Produktion wird unsere Leinsaat mit den Mischungspartnern Weizen und Zuckerrübenschnitzeln vermahlen, gemischt und anschließend extrudiert.
Bei dem Verfahren werden antinutritive Substanzen reduziert sowie die Bioverfügbarkeit der Inhaltsstoffe positiv beeinflusst.
Mit BAT Pro Linex 60 W FREE bieten wir Ihnen ein bewährtes Produkt auf Basis extrudierter Leinsaat – passend für Ihre Fütterungsstrategie. Und ein BAT Pro Expert Roboter Linex FREE haben wir auch in unserem Milchleistungsfutter-Programm, desweiteren sind auf Anfrage Sondermischungen mit extrudierter Leinsaat möglich.


Literatur/Quellenangaben
Doreau, M. & Ferlay, A. (2015): Linseed: a valuable feedstuff for ruminants. Oilseeds and Fats, Crops and Lipids, 22(6).
Thangavelu et. Al (2007) Universität Alberta, Diets enriched in unsaturated fatty acid enhance early embryonic development in lactating Holstein cows
Hoffmann, A., Steingass, H., Trieglaff, D., Bürkert, M. & Rodehutscord, M. (2010): Einfluss der Fütterung auf den Gehalt an funktionellen Fettsäuren im Milchfett. Universität Hohenheim.
Petit, H. V. & Côrtes, C. (2018): Roles of dietary n-3 fatty acids in performance, milk fat composition, and reproductive and immune systems in dairy cattle. Journal of Dairy Science, 101(10), 8641–8661.
He, M. L. et al. (2011): Inclusion of flaxseed in hay- and barley silage diets increases alpha-linolenic acid in cow plasma independent of forage type. Journal of the American Oil Chemists' Society.