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Gräserbekämpfung im Mais – Wichtige Bausteine im Resistenzmanagement

Eine abwechslungsreiche Fruchtfolge ist eine der besten Möglichkeiten, ein übergreifendes Gräsermanagement zu betreiben und trotz der sinkenden Anzahl zugelassener graminizider Wirkstoffe einen Wechsel zwischen Wirkstoffen/HRAC-Gruppen bei den eingesetzten Produkten vornehmen zu können.

Es ist, wo möglich, darauf zu achten, dass Wirkstoffe, die vorrangig im Mais zum Einsatz kommen, nicht in anderen Kulturen eingesetzt werden. Gleiches gilt auch für den umgekehrten Fall, um die Wirkungssicherheit von Wirkstoffen möglichst lange aufrecht zu erhalten.

Die im Mais am häufigsten anzutreffenden Ungräser sind die im späten Frühjahr auflaufenden Hirsearten. Aber auch Ackerfuchsschwanz und Weidelgras gewinnen regional zunehmend an Bedeutung.

Mechanische Ungrasbekämpfung und ackerbauliche Maßnahmen

Insbesondere dann, wenn bereits resistente Ungräser vorhanden sind, reicht es nicht mehr aus, sich ausschließlich auf den chemischen Pflanzenschutz zu verlassen, weshalb betriebsindividuelle Strategien etabliert werden müssen, die auch eine mechanische Bekämpfung des unerwünschten Aufwuchses beinhalten und sämtliche ackerbauliche Maßnahmen berücksichtigen. 

Mais bietet innerhalb einer Fruchtfolge mit hohem Anteil an Winterungen den Vorteil, dass zwischen der Ernte der Vorfrucht und der Maisaussaat mehr Zeit für ein intensives Nacherntemanagement bleibt, um Ungräser durch mehrmalige Bodenbearbeitung zum Auflaufen anzuregen und zu bekämpfen. Hierbei sind Unterschiede in der Biologie der Gräserarten zu beachten. Bei Ackerfuchsschwanz besteht die Gefahr, dass frische Samen von der primären in die sekundäre Keimruhe fallen und somit im aktuellen Jahr nicht mehr zum Keimen gebracht werden können. Weidelgrasarten haben keine derart ausgeprägte Keimruhe und können bei vorhandener Bodenfeuchtigkeit daher leichter zum Auflaufen gebracht werden.

Liegt der Schwerpunkt der Gräserbekämpfung beim Weidelgras, kann eine einmalige tiefe Bodenbearbeitung mit dem Pflug innerhalb der Fruchtfolge dazu beitragen, die Population zu reduzieren (Keimfähigkeit ca. 3–5 Jahre).

Vor der Aussaat des Maises sollte auf Standorten mit Gräserproblemen ausreichend Zeit (drei bis vier Wochen) eingeplant werden, um ein falsches Saatbett anlegen zu können. Damit besteht noch einmal die Möglichkeit, ggf. im Frühjahr auflaufende Gräser zu beseitigen. Generell keimt der Großteil an Ackerfuchsschwanzsamen im Herbst, etwa 20 % der Samen laufen jedoch im Frühjahr auf. Weidelgräser keimen bei passenden Bedingungen ganzjährig und können sich daher auch in Sommerungen gut etablieren. In der folgenden Abbildung ist dargestellt, wie im weiteren Verlauf mechanische Maßnahmen der Ungrasregulierung im Maisanbau umgesetzt werden können. 

Herbizidstrategie an Resistenzstatus anpassen

Für eine möglichst gute Wirkung der Gräsermittel im Mais ist es wichtig, dass alte Ackerfuchsschwanz- und Weidelgraspflanzen vor der Aussaat beseitigt worden sind. Der Einsatz von Glyphosat ist hier die einzige chemische Möglichkeit. Wenn im Rahmen der Zulassung die Bedingungen für einen Einsatz vor der Saat gegeben sind, ist daher im Bedarfsfall eine Anwendung in Betracht zu ziehen.

Bei der Auswahl einer geeigneten Herbizidstrategie ist es essentiell, den Resistenzstatus der auf den Flächen vorkommenden Biotypen zu kennen. Mittlerweile ist Ackerfuchsschwanz häufig von (multiplen) Resistenzen gegen die HRAC-Klassen 1, 2 und 5 betroffen. Im Weidelgras kommen Resistenzen gegen die HRAC-Klassen 1, 2 und 15 vor, wobei diese bislang vornehmlich in Welschem Weidelgras nachgewiesen wurden, in Deutschem Weidelgras seltener. Bei Hühnerhirse sind Resistenzen gegen Herbizide der HRAC-Gruppe 2 bekannt. Zur Veranschaulichung der im Mais zur Verfügung stehenden Herbizidresistenzklassen mit graminiziden Wirkstoffen dient die folgende Tabelle. 

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